Mit Kindern schwimmen – Smartphone weg!

Kinder am oder im Wasser immer beaufsichtigen

Kinder im Wasser
©serezniy/123rf.com

Es wird kühler und es regnet viel, der Sommer 2020 scheint zu Ende. Es war ein sehr spezieller Sommer, überschattet von der Corona Pandemie. Dieser Sommer war zwar deutlich kühler und wechselhafter als die Sommer 2018 und 2019. Trotzdem hörte man beinahe regelmäßig von Badeunfällen von Kindern, von vielen Badetoten, darunter auch von ertrunkenen Kindern und Kleinkindern.

Ich hatte beinahe den Eindruck, dass sich diesen Sommer die Schlagzeilen um Badetote oder Badeverunglückte sowie um Badeunfälle von Kindern häuften. Mitauslöser dafür scheinen auch die Corona-Maßnahmen zu sein. Frei- und Schwimmbäder sowie Badeseen durften in diesem Sommer weniger Besucher einlassen, einige Frei- und Schwimmbäder blieben gänzlich geschlossen. Und zeitweise waren sogar die Pools für den heimischen Garten nicht mehr lieferbar.

Gründe genug für viele Badewillige anderswo nach Abkühlung zu suchen. Ob Seen, Flüsse oder gar Kanäle, um sich im kühlen Nass erfrischen zu können, missachten viele Menschen auch Verbotsschilder und Warnhinweise. Unbeaufsichtigte Badestellen sind jedoch die Stellen, an denen die meisten Menschen zu Tode kommen.

Badeunfälle von Kindern

Ein kleines Mädchen, gerade mal zwei Jahre alt, spielt am Rande eines flach aussehenden Tümpels. Die Mutter ist abgelenkt, das Kind watet tiefer ins verlockend kühle Nass. Und geht unter. Weder die Mutter noch andere Personen, die sich in unmittelbarer Nähe aufhalten, bemerken etwas. Das kleine Mädchen hat Glück im Unglück und kann von einer zufällig vorbeikommenden Polizistin gerettet werden (So passiert im Mai 2020 in Nürnberg).

Ein kleiner Junge, 4 Jahre alt, spielt am Ufer des Rheins bei Rheinberg. Das Kind trägt Schwimmflügel und befindet sich im noch flachen Wasser. Plötzlich wird der Junge jedoch vom Wasser mitgerissen und weiter in Richtung Flussmitte getrieben. Ein 12jähriges Mädchen versucht dem Jungen zu helfen, wird aber selber von der Strömung mitgerissen. Auch diese beiden Kinder haben Glück im Unglück gehabt und werden von Mitarbeitern und Passagieren einer Rheinfähre gerettet.

Immer wieder ertrinken Kinder wegen Unachtsamkeit

Leider gehen solche Badeunfälle von Kindern wie die obigen Beispiele nicht immer gut aus. Vor allem in den warmen Monaten liest und hört man beinahe regelmäßig davon, dass ein Kind in einem See, Teich, Pool oder gar einem Schwimm- oder Freibad ertrunken ist. Für mich, als Mutter von zwei kleinen Kindern, eine enorm schreckliche Vorstellung.

Wenn ich solche Meldungen über Badeunfälle von Kindern lese, frage ich mich jedoch stets zuerst, wie es sein kann, dass niemand etwas mitbekommen hat. Wie kann es sein, dass Kinder, die gerade einmal zwei, drei, vier oder fünf Jahre alt sind, am Wasser nicht beaufsichtigt werden?

Ich lasse meine Kinder nicht einmal im kleinen Planschbecken für einen Moment aus den Augen. So würde ich auch niemals auf die Idee kommen, meine Kinder (2 und 4) an einem öffentlichen Gewässer oder im Frei- oder Schwimmbad unbeaufsichtigt spielen zu lassen. Was geht in Eltern vor, die lieber in der Sonne dösen, aufs Smartphone schauen oder sich unterhalten als am oder im Wasser auf sein eigenes Kind zu achten. Handy, Mittagspause und Kaffeeklatsch können doch auch warten – doch scheinbar gilt das nicht für alle Eltern. Und wenn dann etwas passiert, heißt es ganz einfach, „das Kind wurde aus den Augen verloren“. Ich begreife es einfach nicht, wie man das Leben seines eigenen Kindes derart aufs Spiel setzen kann, nur um ein paar entspannte Stunden im Freibad oder am Badesee genießen zu können.

Liebe Eltern, wenn ihr mit euren Kindern zum Schwimmen geht, dann kümmert euch um eure Kinder! Nur ihr könnt das tun! Bademeister und andere Badegäste sind nicht für eure Kinder verantwortlich. Lasst das Smartphone zu Hause und schenkt eurem Kind einfach mal ein, zwei Stunden Zeit und uneingeschränkte Aufmerksamkeit.

Es spricht ja nichts dagegen, das eigene Kind an einem anderen Tag mal bei Oma und Opa zu lassen, um dann einen Tag ganz alleine im Freibad zu genießen. Aber wenn ein Kind dabei ist, ist es einfach fahrlässig, es einfach sich selbst zu überlassen oder es gar aus den Augen zu verlieren.

Badeunfälle von Kindern vermeiden – Eine Aufsichtsperson für jedes Kind!

Ich habe auch schon einmal darüber nachgedacht, mit meinen beiden Nichtschwimmer-Kindern alleine ins Freibad zu gehen. Nach einem Besuch eines solchen zusammen mit meinem Mann und unseren Kindern war ich aber froh, dass ich es nicht getan habe. Ich hätte es nie geschafft, wirklich auf beide Kinder zu achten, sie festzuhalten und dabei auch noch Spaß mit ihnen zu haben.

Mein Sohn ist schon recht mutig im Wasser, klettert auch mal aus dem Becken, um an einer anderen Stelle wieder reinzuspringen. Meine Tochter war anfangs noch etwas ängstlicher und klammerte sich an mir fest. Hilfe und Aufsicht brauchten aber nun mal beide, denn keines unserer Kinder kann schwimmen. Es ist beinahe unmöglich, sich im Schwimmbad alleine um mehr als ein Kind zu kümmern. Daher würde ich niemals alleine mit meinen beiden Kindern in ein Schwimmbad gehen. Pro Nichtschwimmer-Kind braucht es daher unbedingt eine erwachsene Begleitung.

Nur an beaufsichtigten Stellen oder in Schwimmbädern baden gehen

Zugegeben, diesen Sommer war es schwierig, sich im Freibad abzukühlen. Unsere Frei- und Schwimmbäder lassen nur eine begrenzte Anzahl an Besuchern ein, teilweise sind sie sogar noch immer geschlossen. In den heißen Wochen dieses Sommers 2020 musste man schon Glück haben, um vor Ort einen Platz im Freibad zu ergattern.

Dennoch wäre ich nie auf die Idee gekommen, mit meinen beiden Kindern an eine Badestelle zu fahren, die nicht zum Baden freigeben ist. Tümpel, bestimmte Teiche, unbewachte Seen, Flüsse oder Kanäle werden gerne zum Schwimmen und Abkühlen benutzt. Oft ist das zwar nicht unbedingt erlaubt, aber zumindest geduldet. Klar ist aber, dass solche Gewässer viele Gefahren bergen, die eben auch dazu führen, dass immer wieder selbst Erwachsene mit Schwimmerfahrung ertrinken.

Wasserpflanzen stören beim Schwimmen, die Berührung mit ihnen löst oft Panik aus. Eine sehr geringe Wassertemperatur (wie sie in Kanälen und Flüssen meist herrschen) kann beim plötzlichen Sprung ins Wasser ohne vorheriges Abduschen schnell zu einem Schock führen. Eine nicht zu unterschätzende Gefahr sind auch Strömungen in Flüssen, die auch in diesem Sommer wieder vielen Kindern das Leben kosteten. Eine ebenso ungeeignete Badestelle (vor allem zusammen mit Kindern) sind Kanäle. Hier ist das Wasser sehr kalt, es herrschen Bedingungen, die wenn überhaupt nur von Schwimmern bewältigt werden können. Vorbeifahrende Schiffe können zudem für einen plötzlichen Wellengang sorgen und eine Sogwirkung erzeugen, durch die Kinder und auch Erwachsene schnell ins Wasser gezogen werden können.

Es sollte eigentlich jedem klar sein, dass Familien solche Badestellen meiden sollten. Viel zu groß sind die Gefahren, die von den unbewachten Gewässern ausgehen. Wer mit Kindern schwimmen gehen möchte, sollte dies daher immer an überwachten Stellen tun. Schwimmbäder, Freibäder und auch freigegebene Badeseen eignen sich daher viel besser, um mit seinem Kind einen schönen Tag zu verbringen. Natürlich immer unter direkter Beaufsichtigung eines Elternteils und ohne Smartphone! So lässt es sich am ehesten vermeiden, dass es immer wieder zu Badeunfällen von Kindern kommt.

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