Schwimmflügel Geschichte – Seit wann gibt es Schwimmflügel?

Wie die Schwimmflügel entstanden

Baby Schwimmhilfen Schwimmflügel
Kleinkind mit den klassischen Schwimmflügeln

Mit ihnen kann man zwar nicht durch die Luft fliegen, aber dafür auf dem Wasser schweben: Schwimmflügel. Ihre Erfindung haben wir einem Unfall zu verdanken. Die Schwimmflügel Geschichte ist lehsenswert:

Schwimmflügel Geschichte

Die Geschichte der Schwimmflügel geht bis ins Jahr 1956 zurück. Die Zeit des Rock’n’Roll und der Mustertapeten. Und wem haben wir das zu verdanken? Annette Markwitz. Die damals dreijährige Tochter des Hamburger Kaufmanns, Bernhard Markwitz, fällt beim Wasserholen mit ihrer Gießkanne in den familieneigenen Goldfischteich im Garten ihres Hauses in Winterhude bei Hamburg. Sie hat Glück. Zufällig wird der Unfall rechtzeitig entdeckt und sie kann gerettet werden. Daraufhin setzt sich ihr Vater, als ausgebildeter Rettungsschwimmer, ein klares Ziel: Er möchte Menschen das Schwimmenlernen erleichern.

Zu der besagten Zeit gibt es bereits Schwimmhilfen aus Kork. Sie werden sich um den Bauch gebunden, wodurch ihr Auftrieb jedoch zu gering und der Oberkörper nach vorne kippt. Markwitz hat eine Idee, wie man das verbessern kann: Schwimmhilfen an den Armen. Erst müssen Reifenschläuche von Kinderrollern für seine Experimente herhalten. Doch er muss weiter suchen, denn die Tragfähigkeit der Gummischläuche reicht nicht aus. Den halben Teil der Lösung stellt der damals neue Kunstoff PVC dar. Doch natürlich drücken die Schläuche und schnüren die Blutversorgung ab. Auch die Bewegungsfreiheit der Schwimmenlernenden ist stark eingeschränkt.

Die Badewanne wird zur Testumgebung

Die andere Hälfte der Lösung erschließt sich Markwitz, indem er eine flache Stelle an der Unterseite der Schwimmhilfe integriert. Das verursacht die heutzutage typische Triangelform der Schwimmhilfen. Er konstruiert zwei unabhängige Luftkammern und rundet die beim Kunststoffschweißen entstehenden Kanten und Ecken ab. Als Testumgebung wird die heimische Badewanne genutzt. Und nun nimmt die Geschichte einen fast zu märchenhaften Lauf.

Für das Patent fehlt dem Rettungsschwimmer das Geld. Er füllt einen Lottoschein aus und gewinnt doch tatsächlich 250.000 Mark! Er investiert sein Geld in die von ihm erfundenen Schwimmhilfen und gründet die Firma BE(rnhard) MA(rkwitz). 1964 stellt er sie dann endlich der Öffentlichkeit vor. Mithilfe von Werbung räumt er die anfängliche Skepsis der Menschen aus. Doch immernoch hat kein Sporthersteller Interesse an seinen Schwimmflügeln, weshalb Markwitz seine Erfindung an den Drogerie- und Kosmetikgroßhandel abgibt. Den Vertrieb der BEMA® Schwimmflügel® übernimmt er zunächst selbst.

Schwimmflügel Plagiate haben keine Chance

Sein Durchhaltevermögen macht sich bezahlt: Bis 1996 verkauft Markwitz 150 Millionen Exemplare. Schnell erscheinen Plagiate auf dem Markt, doch die können mit den Originalen nicht mithalten. Markwitz ist immer einen Schritt voraus. Natürlich bleibt seine Tochter die treibende Kraft in dieser Entwicklungsgeschichte. So macht es auch nur Sinn, dass sie für den entscheidenden Moment sorgt, der den Schwimmhilfen noch heute ihren Namen gibt. Als sie mit den orangefarbenen Gummikissen an den Armen vor ihrem Vater steht, fällt es ihm wie Schuppen von den Augen. Sie sehen „…wie kleine Flügel aus“. Seither sagt man überall auf der Welt „Schwimmflügel“, so wie es sich auch mit Worten wie  „Kindergarten“ oder „Autobahn“ verhält. So hat die Familie Markwitz Glück im Unglück gehabt und beschert uns allen noch heute die Möglichkeit, sorgenlos das Schwimmen zu erlernen und die Scheu vor dem Wasser zu verlieren.

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