Schwimmflügel sind gefährlich, wenn…

Schwimmflügel gefährlich
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Ein Gefühl von Sicherheit kann trügen. Besonders schlimm ist das, wenn es unsere Kleinsten betrifft. Deshalb sollten Eltern sich darüber bewusst werden, dass weder das Seepferdchen Abzeichen, noch Schwimmflügel bedeuten, dass Kinder unbeaufsichtigt im Wasser toben dürfen. Auch nicht mit Schwimmflügeln oder anderen Schwimmhilfen. Denn Schwimmflügel sind gefährlich, wenn Kinder sie uneaufsichtigt im Wasser nutzen.

„Das Seepferdchen ist das erste Schwimmabzeichen, das Kinder erhalten können. Es bedeutet, dass ein Kind sich an das Wasser gewöhnt hat, bedeutet aber nicht, dass es sicher schwimmen kann“, schreibt die DLRG in ihrem Leitfaden zum Thema „Rund ums Wasser“. Tatsächlich muss ein Kind für das Abzeichen 25 Meter ohne Hilfsmittel schwimmen und einen Gegenstand aus schultertiefem Wasser hoch holen. Dabei zählt nicht der Schwimmstil unserer Kleinen. Es genügt, dass die Kinder den Beckenrand ohne Pause oder Hilfe erreichen. Somit ist klar, dass das Erlangen des Seepferchen Schwimmabzeichens zwar eine große Motivation und ein Grund Stolz zu sein für unsere Kinder ist, es sie aber nicht dazu befähigt, unbeaufsichtigt schwimmen zu gehen.

Schwimmflügel gefährlich – Kein Verlass auf Schwimmhilfen

Genauso trügerisch kann es sein, sich auf Schwimmhilfen, wie zum Beispiel Schwimmflügel und Schaumstoffringe, zu verlassen. Dabei spielt es keine Rolle, ob Kinder im tiefen oder im flachen Wasser schwimmen. „Schwimmflügel sind keine Lebensversicherung gegen das Ertrinken bei kleinen Kindern. Damit am Wasser wirklich nichts passiert, müssen Erwachsene für eine lückenlose Aufsicht in unmittelbarer Griffnähe des Kindes sorgen“, sagt Martina Abel, Geschäftsführerin der BAG Mehr Sicherheit für Kinder in Bonn. Da ihr Kopf noch sehr schwer ist, verlieren sie schnell das Gleichgewicht und geraten in Bauch- oder Rückenlage. Kinder können sich meist nur schwer oder gar nicht eigenständig aus so einer Situation befreien.

Regeln für Kinder und Eltern

Natürlich ist es wichtig, dass wir unsere Kinder zu Vorsicht ermahnen und ihnen Regeln beibringen, wie sie sich im Wasser und am Beckenrand zu verhalten haben. Doch auch als Elternteil sollte man gewisse Grundsätze befolgen:

  1. Mach dein Kind möglichst früh mit Wasser vertraut. Es sollte die Scheu verlieren, aber Respekt behalten. Schon im Babyalter kann damit angefangen werden. Spezielle Schwimmkurse bieten Eltern professionelle Unterstützung an.
  2. Auftriebshilfen sollten nur unter Aufsicht benutzt werden und diese Aufsicht darf und sollte man auch nicht auf ältere Geschwister übertragen. Sie sind selbst schnell überfordert mit der Situation.
  3. Beachte Qualitätsunterschiede bei den einzelnen Schwimmhilfen. Das GS Zeichen ist ein wichtiges Merkmal für Sicherheit. Schwimmflügel zum Beispiel sollten immer mit mindestens zwei Luftkammern ausgestattet sein, sodass selbst eine Beschädigung nicht die Untauglichkeit bedeutet.
  4. Auch wenn du dich wiederholst: Erinnere dein Kind immer wieder an mögliche Gefahren, wie Wellengänge, plötzlich auftretende Wassertiefe, Strömungskanäle und Sprungbereiche. Das gilt zu Hause, am Meer, wie im Schwimmbad.
  5. Und nicht zuletzt: Schwimmen lernen ist lebenswichtig. Unterschätze diese Fähigkeit nicht und biete deinem Kind unbedingt die Möglichkeit, einen sicheren Umgang mit Wasser zu erlernen. Es sollte auf dem Rücken genauso gut wie in Bauchlage schwimmen können und das mindestens 15 Minuten ohne Halt. Darüber hinaus ist es wichtig, dass dein Kind sich auch unter Wasser gut zurechtfindet und nicht in Panik gerät.

Letztendlich kann sich ein Gefühl von Spaß erst dann wirklich entfalten, wenn wir Sicherheit bieten. So stolz du und dein Kind auf das erste Abzeichen sind, geht gemeinsam den Weg zu weiteren.

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